Diagnose

Persönlichkeitsstörungen:

Persönlichkeitsstörungen im allgemeinen und Borderline Störungen im Besonderen gehen mit erheblichen problematischen Verhaltens- und Beziehungsmustern einher.. Es gibt verschiedene sogenannte Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. die narzisstische, die paranoide oder die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Die Borderline Persönlichkeit tritt häufig bei jungen Erwachsenen auf. Bei der Störung wird ursächlich eine besondere Anfälligkeit für emotionalen Stress vermutet, die auch genetisch begründet sein kann. Ca. zwei Drittel dieser Menschen haben aber als wesentliche Krankheitsursache erhebliche "Invalidierungen" (emotionale, physische, sexuelle Verletzungen) in der Kindheit erlebt.

 

Symptome:

 

Meist findet man eine Vielzahl von Symptomen vor. Wir nennen hier diejenigen, die auch im "Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV von 1994) genannt sind. Im nächsten DSM (DSM V, in Vorbereitung) werden die Symptome vermutlich etwas anders gewichtet werden:
Angst vor Einsamkeit und Verlassenheit, eine Tendenz zu intensiven Beziehungen, die jedoch mit extremen Spannungen einhergehen, einer ausgeprägten Instabilität der Selbstwahrnehmung, Impulsivität in mindestens 2 Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, Essanfälle, rücksichtsloses Fahren) wiederholte suizidale Handlungen, häufig in Stresssituationen, Selbstverletzungen, emotionale Instabilität mit großen täglichen Schwankungen, Reizbarkeit und Angst, chronische Gefühle der Leere, heftige Wut oder Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren, manchmal auch paranoide Vorstellungen.
Häufig sind Begleiterkrankungen wie Essstörungen, Depressionen, Störungen der Sexualität, Suchterkrankungen. Weiterhin bestehen fast immer begleitende Depressionen.

 

Therapie:

 

All die beschriebenen Symptome haben Auswirkungen auf die privaten und beruflichen Lebensbereiche, deshalb bedürfen diese Menschen einer ambulanten Therapie. Wenn ein Patient oder eine Patientin für eine ambulante Therapie keine Kraft mehr hat, empfiehlt sich eine stationäre Behandlung. In der Klinik Littenheid wird mit der "Dialektisch-Behavioralen Therapie" nach Marsha Linehan, kurz DBT, gearbeitet.
Die Dialektisch Behaviorale Therapie setzt sich dabei aus verschiedenen Bausteinen zusammen und bietet vor allem Hilfestellung bei unerträglichen Spannungszuständen, in denen diese Patienten sich selbst verletzen. Wir arbeiten auch mit nonverbalen Therapien wie Mal- und Gestaltungstherapie, Musiktherapie und verschiedenen Körpertherapien. Diese kreativen Therapien unterstützen oder ermöglichen den verbalen Prozess bei Menschen, die sich schwer tun, über sich zu sprechen. Dies ist wiederum häufig bei Menschen mit Traumatisierungen der Fall.
Jeder Patient hat einen fixen Therapeuten (Arzt oder Psychologe) und eine Pflegebezugsperson. Gemeinsam mit diesen beiden Personen wird der therapeutische Prozess entwickelt.

 

Medikamente:

 

Sie werden nach Absprache und Beratung eingesetzt. Dabei kann man je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, Antidepressiva bei depressiver Symptomatik, leicht beruhigende Neuroleptika oder auch andere Substanzen bei unerträglichen Spannungszuständen geben. Benzodiazepine geben wir nicht. Wir empfehlen und informieren über jedes Medikament.

 

Langzeitentwicklung:

 

Es bedarf meist mehrerer Jahre Behandlung. Die Störung beeinflusst das private und berufliche Leben. Die Behandlung in der Klinik als auch ambulante Behandlung sind notwendig. In der Klink wird umfassend geklärt, welcher Schritte es beruflich und sozial bedarf. Es braucht von allen Beteiligten viel Geduld.
Die Störung verbessert sich mit den Jahren und kann auch ganz verschwinden.

 

   
Text mit freundlicher Genehmigung von:
Christoph Fuhrhans
Dr. med., Oberarzt

Littenheid - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
CH - 9573 Littenheid